Vorwort

Vorausgegangen war meine Internetseite www.findet-tanjagraeff.de, die ich ca. ein Jahr nach ihrem Verschwinden online gestellt habe. 

Ich weiß noch, wie eines Tages von der FH-Aachen ein Popup sich öffnete mit einem Zeugenaufruf. Ich las mich in den Fall ein und konnte direkt, von Anfang an, nicht verstehen, wie ein Menschen während einer solchen Veranstaltung einfach so, spurlos, verschwinden kann.

Auf einer Internetseite - ich glaube, sie war von einer Tageszeitung aus Trier gehosted - konnte man dazu nahezu alles lesen; jede Menge an Theorien, absurde Behauptungen wurden verbreitet. Entsprechend war auch das Miteinander der User. Die Folge war Zensierung und schließlich das Löschen des Themenbereiches.

Ich fand es schade, dass es nunmehr keine Art der Kommunikation mehr gegeben hat und so stellte ich ein moderiertes Forum online in dem doch ein reger Austausch stattgefunden hat. 

Als man die sterblichen Überreste von Tanja am Roten Felsen gefunden hat - als dann die Staatsanwaltschaft Trier veröffentlichte, dass man den Fall nun einstellen wolle, da änderte ich den Namen der Internetseite in derfalltanja.de

Warum?

Noch heute bin ich einfach erschüttert und noch immer nimmt mich das Schicksal der Tanja Gräff mit. 

Auch wenn ich Tanja nie kennenlernen durfte, bin ich der Meinung, dass man hier mit der Unfall-These den Fall nur schnell abschließen wollte ohne wirklich alles komplett ausermittelt zu haben. 

Eine gute Zusammenfassung bietet der Zeitungsartikel Tod am Roten Felsen – war es Mord?. Und unter dem Menüpunkt „Offene Fragen“ kann man sich einige dieser Ansätze in Ruhe anschauen und nachlesen.

Ich denke, dass der Ort, an dem Tanja zu Tode gestürzt „sein soll“, ausschlaggebend ist.

Hierzu muss man sich vorstellen, dass es zum Zeitpunkt, als Tanja das Gelände der Fachhochschule verlassen hat - ca. gegen 04:30 Uhr - noch dunkel gewesen sein dürfte.

Der Weg, der von der FH hinauf führt, am Weißhaus vorbei, ist ein Waldweg. Ich selber bin diesen am Tag gegangen und kann mir persönlich beim besten Willen nicht vorstellen, dass Tanja diesen Weg in nahezu völliger Dunkelheit gegangen ist - ein Waldboden ohne Befestigung, ein Weg ohne Beleuchtung - abgesehen von den entfernten Lichtern der Stadt.

Hinzu kommt, dass laut eines Kommentars von Christian Steffen, Tanja diesen Ort nicht gekannt haben dürfte. 

Und dann sind da noch die Zeugenaussagen, wo Tanja zusammen mit mindestens zwei Männern gesehen worden ist. Hier kommt dann auch die Spur „Spitzbart“ zum tragen, der man allerdings wohl dann nicht weiter nachgegangen ist.

Uns schließlich die Frage nach dem Grund. Warum sollte Tanja diesen Weg überhaupt gegangen sein? 

Eine Psychologin erklärte das mit einem „psychisch labilen Zustand“, ausgelöst wohl durch die abweisende Handlung von Tanjas „Schwarms“. Wie realistisch kann eine solche Einschätzung sein, die schließlich zu der Einstellung des Verfahrens führt - eine Einschätzung von einer Person, die Tanja gar nicht gekannt hatte.

Ich habe Zweifel an dem, was den „ermittelten“ Ablauf betrifft. Ich kann nicht nachvollziehen, warum der Tod von Tanja Gräff eingestellt und als „Unfall“ betitelt worden ist und auch für mich bleibt die Frage ungeklärt: Unfall oder Mord?


Thorsten Rink
Meckenheim, Aug. 2021

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